gerogerigegege
yellow trash bazooka (1993)
øyvind torvund
a lection about ornaments (2009)
trond reinholdtsen
unsichtbare musik (2009)
gerogerigegege
yellow trash bazooka (1993)
øyvind torvund
a lection about ornaments (2009)
trond reinholdtsen
unsichtbare musik (2009)
die häufigkeit, mit der das beethovensche schicksalsmotiv in der musikgeschichte vorkommt erreicht ihren höhepunkt am anfang des 19.jahrhunderts.
peachnote.com ist die von vladimir viro erschaffene webseite, die in drei datenbaken nach der literatur sucht, in der das eingegebene motiv vorkommt. es geht aber dabei nur um die tonhöhenabfolgen!

und noch eine tolle möglichkeit (leider nicht mehr verfügbar), bei der es darum geht, dass man auf der webseite noteflight.com ein motiv eingibt und der webseite überlässt das motiv fortzusetzen. also autocomplete in der musik. dabei wird auch nach dem eingegebenen motiv bei der peachnote.com gesucht und eine von mehreren möglichkeiten ausgewählt: man kann dabei auch einstellen, zu welcher stilepoche die fortsetzung gehören soll.
der künstler david kraftsow komponiert für youtube.
hier sind z.b. endlos viele aufführungen von john cages 4’33”: links wird eine “echte” aufführung von london symphony orchestra gezeigt, rechts wird ein zufälliges (wenn ich es richtig verstanden habe) video von youtube aufgerufen und mit diesem video wird die stille der konzertaufführung gefüllt.
für das projekt “at my funeral” wurde ein script geschrieben, das in youtube nach denjenigen videos sucht, in deren kommentaren die wortkombination “at my funeral” erwähnt wird: auf dieser weise entsteht eine datenbank mit über 21000 videos mit der musik, bei der leute gerne begraben werden möchten.

[[[aber um dies zu sehen, brauchst du das mozilla-addon (keine werbung, nur ein tip) oder hide-my-ass oder so was in der art, um gema-scheiß zu umgehen.]]]
andere projekte von ihm sind hier.
( via rhizome )
das erste mir bekannte beispiel, dass künstler angefangen haben, anhand der sprache den unterschied zwischen der sinnlichen wahrnehmung und der durch das kunstwerk vermittelnden mitteilung zum äußersten zu treiben, ist das werk von alphonse allais.
hier sind noch ein paar beispiele:
rené magritte “words and images (1929)”:

robert barry “it is…”:

john baldessary, “what this painting aims to do. 1967″

avdei ter-oganyan, radical abstractionism (2004):
von links nach rechts, von oben nach unten:
1. das kunstwerk verleitet zur prostitution.
2. das kunstwerk ruft religiöse feindschaft hervor.
3. das kunstwerk ist eine schändung des staatlichen wappens und der nationalflagge der russischen föderation.
4. das kunstwerk ruft zur gewaltsamen veränderung des grundgesetzes der russischen föderation.
5. das kunstwerk wurde erschaffen für den ästhetischen genuss.
6. das kunstwerk verbreitet notorisch falsche informationen, die die menschenwürde von moskauer bürgermeister j.m. luschkow schmähen.
7. das kunstwerk infamiert öffentlich den patriarchen von moskau und ganz russland.
8. das kunstwerk demütigt die menschenwürde von personen russischer und jüdischer nationalität.
9. das kunstwerk ist gerichtet auf totale bzw. partielle vernichtung der russichen bürger durch ihre ermordung, schweren gesundheitsbeschädigungen, gewaltsame verhinderung der geburt, zwangsläufige überführung von kindern, gewaltsame übersiedelung oder durch erschaffung anderer für ihre vernichtung vorausbestimmten lebensbedingungen.
80er.
die schallplattenindustrie verkauft urheberrechtlich geschützte aufnahmen von alltagsgeräuschen.
in diesem zusammenhang muss man zwei aspekte davon erwähnen:
1. cages schaffen war einflußreich;
2. die todesagonie dauert bis heute.
die bilder sind natürlich auch hervorragend.
abgabe-bedingungen:
für private zwecke ist das überspielen dieser langspielplatte ausdrücklich erlaubt. die verwertung für gewerbliche zwecke ist absolut unzulässig und wird verfolgt. auf allen aufnahmen liegt der urheberrechtschutz gemäß deutschem urheberschutzgesetz.
(alex, danke für den hinweis!)
so, bitteschön, hier sind 520 glückskatzen von boris petrovsky, deren bewegungen sich auch schön programmieren lassen: gegen 3.minute finktioniert die installation als ein pixel-display. wirkt ziemlich unheimlich.
die teile selbst (ohne motoren) sind ziemlich leise, also es klappt wahrscheinlich nicht, ligetis “poème symphonique” für glückskatzen zu remixen:
(via publique)
die band “rammstein” als perfektes export-produkt:
“du hast”-coverversion von der ukrainischen band “subito”:
und “rammstein” selbst mit verka serduchka:
boris groys zu dem thema aus dem gespräch mit thomas knoefel (“im zeitgefängnis oder: dekonstruktion an der macht”):
die absolute besonderheit russlands besteht darin, dass es keine besonderheit hat. es ist ursprünglich postmodern. und diese originäre unoriginalität russlands ist sein bester exportartikel. das hat als erster dostojewski erkannt, der ein genie des kulturellen austausches und der kulturellen marktstrategien war. er verstand nämlich in russland als erster, dass man weder ausscließlich import noch ausschließlich export betreiben darf – dass es vielmehr darum geht, eine export-import-firma zu gründen, das heißt so viel zu verkaufen, wie man kauft, und so viel zu kaufen, wie man verkauft. die romane von dostojewski beginnen damit, dass jemand aus dem westen nach russland kommt, wie etwa myschkin in “der idiot”, oder aus dem verwestlichen st. petersburg in die russische provinz, oder dass jemand zu viel westliche litaratur gelesen und sich mit den westlichen ideen oder westlichen vorbildern zu sehr identifiziert hat, wie etwa raskolnikow aus “schuld und sühne”. es beginnt also immere mit einer situation des kulturellen imports aus dem westen nach russland – eine imports, der aus den gängigen westlichen ideen besteht, wie freiheit, gleichheit, brüderlichkeit, sozialismus, liberalismus, fortschritt usw. allerdings werden diese kulturgüter durch die russischen umstände wesentlich verändert und auf eine irreparable weise beschädigt. nehmen wir ein beispiel: raskolnikow hat ein buch über napoleon gelesen. er denkt darüber nach, was es heißen könnte, napoleon in russland zu sein, und kommt zu dem schluss, dass in russland napoleon zu sein bedeuten würde, seine alte nachbarin zu erschlagen. das ist doch eine überaus sonderbare folgerung, wenn man bedenkt, dass es gerade napoleon war, der versucht hat, den modernen rechtstaat zu begründen. aber das ist eben die sonderbarkeit dieser schlußfolgerung, die dostojewski interessiert – denn darin sieht er das missverständnis, das für ihn genuin russisch ist. und dieses missverständnis verkauft dostojewski zurück in westen. die beschädigte westliche ware wird als eine authentisch russische zurück nach paris geliefert.
boris groys
(via glaserei)
der künstler mike ruiz wendet photoshops werkzeug “content aware fill” auf mona lisa und standard-bildschirmhintergründe von windows und mac os an. dabei kommt er auf verschiedene ergebnisse.
replaced, 2011

replaced, 2011
oil on canvas
77 x 53 cm
a downloaded high-resolution version of mona lisa taken into photoshop where the lady was selected then put through content-aware fill (a photoshop cs5 tool that automatically generates content based on the existing surrounding content and fills in the selected area). the resulting image is a potential landscape as interpreted by the software. the image was sent to a painting manufacturer in china where an oil painting was produced.
extensions, 2010

extended bliss, 2010
the default windows xp wallpaper, bliss with area added to the sides, then put through content-aware fill
digital c-print
90 x 180cm

extended paramount, 2010
the paramount pictures logo, with white area added to the sides of the image and then put through content-aware fill
digital c-print
45 x 120cm

extended aurora, 2010
the mac os x 10.5 leopard wallpaper, aurora, with white area added to the sides of the image and then put through content-aware fill
digital c-print
60 x 120cm
ein auszug aus einem interwiev mit ihm:
– in replaced you use content aware fill on the mona lisa. the resulting image contains not a modified software interpretation of the sitter but rather her entire absence from the scene. filling her place instead are assorted fragments of the background landscape; attempts made by the software to cohesively continue the vista; the portrait becoming a glitchy patterned landscape–though in a way ‘failing’ due to the lack of landscape found originally in the picture. from the software finishing your gesture to the outsourcing of your image to china to be made an oil painting, there’s a certain distancing, or alienation, found in both your making process and then carried out in its actual methods of production. besides the obvious dynamic of image to object to image again, what does it mean for you to outsource this image and have it be made into a painting? is ‘replaced’ also just another attempt to historically continue the heavy mockery and modification this exhausted icon has endured? is this your ‘upgraded’ version?
- the work was produced as a painting for conceptual reasons. i was interested in manufacturing the painting in a similar form to that of the original, a 77 x 53 cm oil painting. i wanted to make a painting that could essentially replace the original, and therewith also replace the entire history and mythos of the icon, literally replace mona lisa both physically and conceptually. in a more expanded form this work is an application of the many-worlds theory, by creating a mythology about the work and providing potential alternative histories and futures.
- your extensions series are first interesting because the content aware fill that is applied actually works to fluently continue each images’ surrounding space. within the series though i’m particularly interested in extended bliss and extended aurora. the default desktop images found on windows and mac computers are usually perfect, idealized, seemingly non-existent images of nature (windows’ classic saturated hill) or captured natural phenomena (mac’s aurora borealis). similar to the purpose of skeuomorphic design, nature here is meant to coax the user into a familiarized safe, ‘authentic’ space while also simultaneously using that familiarity to conflate and coat the product with a certain impossible utopian aura, demonstrating an infinite exaggeration of user/product possibility and compatibility. extensions becomes the over indulgence, the overkill; the residue of the over consumer. the scenes potentially extending forever if it were not for their fixed and paused existences as digital images / prints. why choose to ‘end’ them this way? is this done to hint at the banality of the content aware filter’s subtle ‘extensions’?
- i like very simple ideas, beginning from the default, using the lowest common denominators or presets. what is the default situation for so many people? it is starring at a computer screen, and what are they looking at? the same image, bliss, is probably the most widely recognized image of all time. what we see in extended bliss is an extension of this default from standard to panorama format. the idea was to just continue the piece to a feasible point. i didn’t want it to look exaggerated. i wanted it to appear as a realistic image, one that could have been cropped to create the original. i wanted to engage with the mythos of the image, create an alternate reality where this image supercedes the original.
(via rhizome)
ein fein gemachter readymade-film von virgil widrich, der nur aus vorgefundenen materialien besteht. das verfahren ist uralt (vgl. dada-collage), aber durch die gewünschte narration und das benutzte medium steigt der aufwand bei der herstellung sofort. das konzept an sich ist ziemlich konformistisch, dazu noch: die meisten materialien befinden sich natürlich in public domain.
Über Fast Film
Österreich/Luxembourg 2003, 14 min.
35 mm, Farbe, 1:1,66, Dolby DigitalEine Frau wird entführt, der Mann setzt zu ihrer Rettung an, doch auf ihrer Flucht geraten die beiden in die geheime Zentrale des Bösen… Hinter diesem klassischen Plot steckt eine Hommage an das „Action-Kino“: Innerhalb von 14 Minuten bietet Fast Film eine tour de force durch die Filmgeschichte, von ihren stummen Anfängen bis ins Hollywood der Gegenwart. In zweijähriger Arbeit wurden aus 300 verschiedenen Filmen rund 65.000 Einzelbilder ausgedruckt, zu Papierobjekten gefaltet, dann zu komplexen Tableaus zusammengesetzt und mit der Trickkamera zu neuem Leben erweckt.
und making of: