ich bin schizo 1

wenn es für marx noch die kultur war, die – als ein teil des überbaus – nichts zur ideologie beitrug, sondern die ideologie sie bestimmte, diagnostizierten adorno und horkheimer 100 jahre später das gegenteil: dass die kultur ein reines sprachrohr der ideologie geworden sei und nur die sogenannte “avancierte” kunst den widerstand noch leisten könne. heute sind wir jedoch bittererweise dazu verdammt, eine art misere zu beobachten, bei der die meiste “avancierte” kunst ebenso von der ideologie verschluckt, verdaut und in form von flötenmutiphonics ausgeschieden wird. durch die massenmedien, das internet, gezielte facebook- und instagram-werbung und musik von hans zimmer u.ä. dringt die ideologie in jede pore des konsumenten ein. sie vereinigt die sämtlichen mechanismen, die die idee des nationalstaates, des empire (hardt, negri), den konsum, selbst die kriege und interventionen im namen des guten rechtfertigen und als etwas äußerlich äußerst demokratisches und ethisches vorgaukeln, uns davon überzeugend, dass sie selbst wahr und alles, was gerade passiert, ok ist: das notwendig böse im namen des angeblich guten.

diese zynische logik, nicht bloß der verblendung und des betruges, sondern des unabdingbar tückischen ersatzes, besteht letztendlich im schaffen von bedingungen, unter denen die realität unzugänglich bleibt und nur die wirklichkeit erlebt werden kann. die formel lautet: R = W – I, wobei R – realität, W – wirklichkeit und I – das von salmakis geküsste kind ist: I = W – R. der zwitter zeugt wirklichkeiten, schafft sich ein sicheres gehäuse, und WIR – die schlafenden im flauschigen traum – werden illusorisch glücklicher und geschützter. in ihrer ideologik ist der gastropode immer stimmig und besetzt zynisch die throne des erhabenen hierophanten.

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