archive for January, 2012

es lebe die web-kunst: #tweetscapes

endlich umgezogen, ein paar sachen fehlen noch aber im prinzip damit kann man leben.

und als einweihungspost ein cooles projekt im rahmen der webkunst. das schöne immer daran, dass es permanent da ist und trotzdem ständig rezepiert wird. also es geht um umwandlung der deutschen tweetternachrichten in bilder und klänge. jedes tweet triggert ein programm, das das kunstwerk zum online-leben bringt.
tweetscapes.de

#tweetscapes wandelt sämtliche* Deutschen Twitternachrichten (Tweets) in Klänge und Bilder um – in Echtzeit, also direkt nachdem sie abgesendet wurden.

Dafür empfängt zunächst ein Programm, das von Florian Eitel für das Projekt entwickelt wurde, konstant die aktuellsten Tweets direkt von Twitter – inklusive weiterer Informationen über das Thema, den Absender, den Ort und vieles mehr.

Die Twitter-Schnittstelle erlaubt es leider nicht, einfach “alle Nachrichten aus Deutschland” abzufragen, weswegen es sich letztlich um eine Kombination möglichst vieler Deutschsprachiger Tweets sowie aller eindeutig innerhalb der Grenzen Deutschlands abgeschickter Nachrichten handelt. (Wie funktioniert das genau?)

Diese Daten werden dann an das eigentliche #tweetscapes-Programm von Anselm Venezian Nehls und Thomas Hermann, sowie an die Versum-Engine von Tarik Barri weitergeleitet und hier nach einem eigens entwickelten Algorithmus in Klänge und Bilder umgewandelt.

susi, danke für die info!

“kopieren hieß gott nah zu sein”

ein informativer aber, was sounddesign angeht, ein bisschen kitschiger podcast über copyright von wdr5:

Egal ob Text, Foto oder Video – spätestens mit der Nutzung von Blogs, Wikipedia und Videoportalen wie You Tube kann man sich mit einem Klick der Urheberrechtsverletzung schuldig machen. Die Debatte um den Wert der Kopie und des Plagiats ist längst in die nächste Runde gegangen. Die einen sehen im Kopieren ein Kreativprinzip, die anderen die Einschränkung künstlerischer Freiheiten. Wie hat sich die Geschichte des Urheberrechts entwickelt?

01: Die Berner Übereinkunft von 1886
02: Die Erfindung des geistigen Eigentums
03: Die Erfindung der privaten Kopie
04: Kopieren ohne Grenzen

(via nerdcore)

johannes p osterhoff: one year performance

hier ist eine schöne performance von johannes p osterhoff. im projekt geht es darum, dass jede von ihm eingegebene google-suchanfrage sofort online publiziert wird. osterhoff selbst schreibt, dass sein projekt von tehching hsieh, einem in den usa lebenden taiwanischen künstler inspirtiert wurde: “The term One-year Performance has been coined in the 1970s by Tehching Hsieh, a Taiwanese performance artist based in New York. Of his own free will, Hsieh for example spent one year captured in a cage, punched a time clock every hour on the hour for one year, or spent one year entirely outside of any building.”

das projekt ist ein schönes beispiel für remix/remake culture: die ideen der konzeptuellen analogen kunst werden in digitalen raum gesetzt und durch neue medien und vor allem durchs internet in einem anderen licht erscheinen.

Johannes P Osterhoff hat seine einjährige Google-Performance beendet: “Da ein Script für jede Suchanfrage automatisch eine HTML-Seite erstellt hat und diese mit den anderen so erzeugten Seiten verlinkt wurde, entstand automatisch ein Netzwerk von über 8000 Seiten. Hauptsächlich aufgrund dieser Größe (und auch der Aktualität mit der ich dieses Gebilde durch meine ständige Suche aktualisiert habe), sind diese Seiten, die außer meinen Suchbegriffen und deren Datum eigentlich keinen Inhalt haben, recht gut bei Google gerankt und werden in den normalen Google-Ergebnissen angezeigt, wenn jemand das Gleiche oder etwas ähnliches sucht. Aber das ganze ist nicht nur Google Bustig, sondern eine Entsprechung zur Street Art im öffentlichen Raum – nur dass die Google-Ergebnisse einen halb-öffentlichen Online-Raum darstellen.” Zur diesjährigen Transmediale (ab 31.1) wird Osterhoff zusammen mit rund 20 Leuten eine Woche lang öffentlich googeln. Das Projekt wird auch beim 25. Stuttgarter Filmwinter (ab 19.1) vorgestellt und läuft dort im Wettbewerb “Network Culture”. Bei ARTE Creative kann man übrigens ab heute über seine Lieblingsarbeit abstimmen

(via rebel:art)