lejaren hiller 2: computer cantata: ives + zeitschriften

“computer cantata” (1963) für ensemble, soprano und tape – die zweite große algorithmische komposition von lejaren hiller und robert a. baker. ursprünglich musste das stück “illiac suite ii” heißen und mit hilfe von “illiac ii” computer realisiert werden, der aber in jenem momet aus irgendwelchen gründen nicht funktionierfähig war, deswegen wurde es für ibm 7090 entschieden; und genau so wie in „illiac suite“ wurden die ganzen algorithmen in MUSICOMP implementiert.

das stück besteht aus 5 teilen und jeder teil besteht aus einer strophe mit prolog und epilog, wobei die algorithmische verfahren (stochastiche synthese verschiedener ordnung) den teilen symmetrisch zugewiesen wurde. also die form in dem sinne ist traditionell symmetrisch (vgl. incontri (1955) von luigi nono + werke von alten meistern).

i
prolog to strophe i (rhythm study for percussion)
random prelude to strophe i
strophe i (zeroth-order stochastic approximation)

ii
prolog to strophe ii (totally organized instrumental music)
strophe ii (first-order stochastic approximation)

iii
prolog to strophe iii
(polytempered computer sounds)
strophe iii (second-order stochastic approximation)
epilog to strophe iii (polytempered computer sounds)

iv
strophe iv (third-order stochastic approximation)
epilog to strophe iv (totally organized instrumental music)

v
strophe v (fourth-order stochastic approximation)
epilog to strophe v (rhythm study for percussion)

als textvorlage wurde eine nummer der zeitschrift “plays” benutzt. die ganzen vokalen und konsonanten aus der zeitschrift wurden analysiert und dementsprechend anhand stochastischer synthese die texte von allen strophen des stückes generiert.

die tonhöhen, dauern, pausen, dynamiken und spielarten sind das ergebnis der analyse vom zweiten satz aus charles ives‘s stück “three places in new england”.

es wurde gezählt, wie oft jede tonhöhe, dauer usw. vorkommt und anhand dieser wahrscheinlichkeitsverteilungen wurde die ganze musik generiert:

hier gibt es einen text von hiller und baker über ihre arbeit.

(kilian, danke für die infos und materialien!)



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