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wir müssen uns organisieren

leute, wir müssen uns organisieren
ein kollege berichtet :
die rechten sind in dresden mittlerweile so gut organisiert, dass sich ein freund wirklich überlegt, ob er sich vielleicht doch an eine organisation anschließt : antifa, spd, die linke, die grüne
in der u-bahn hat er ständig angst, dass falls eine person mit dunklerer haut da ist, irgendwelche scheiße passiert, weil die rechten einfach überall sind. die waren schon mal immer da, jetzt trauen sie sich aber
 
hier : www.nazisundgoldmund.net schreiben autoren gegen die rechten
nicht einfach « nazis boxes », sie versuchen etwas dagegen mit literarischen mitteln zu tun
 
neue musik zerfällt und versinkt in einem sumpf der substanzlosigkeit oder der unterhaltung
faszinierendes spektakuläres spektakel
borring contemporary
fast niemand redet über die inhalte und absichten mehr
mittlerweile habe ich das gefühl, dass jede/r einfach vor sich hin werkelt
die frage nach den mitteln, nach dem werkzeug unter den jetzigen umständen ist vollkommen irrelevant
die ganze ästhetik an sich ist irrelevant, wenn es nicht artikuliert wird, wie sie sich zum jetzt positioniert
« wozu musik ? » – diese frage darf mal wieder gestellt werden
wir müssen uns organisiseren
 
eine plattform für : diskussion – austausch – treffen – präsentieren

bad habits music

mehr dressur!: ein system, das auf « falsche » bewegungen/haltungen beim spielen reagiert und dem spielenden entsprechend ein feedback gibt :

the musician’s mirror is a tool to help musicians correct bad habits in their technique, posture and form. a computer vision based system, it allows the musician to track any part of their body and be given feedback when they fall into bad habits. the musician or their teacher can apply labels for good and bad positions, e.g. hunched shoulders or a slouched back would be labelled as positions to avoid.

(via https://www.royalcommission1851.org/the-musicians-mirror-an-objective-observer-for-posture-and-technique/)
(merci, tobias)

ideologie-4

nepal.wmv.teaser_

вещи

ich interessiere mich für die schlechten dinge dieser welt
schönheit hat schönheit
hässlichkeit und grausamkeit sind einsam
 
mit schönheit widersprechen
 
unmöglichkeit des klanges
unmöglichkeit des hörens
 
сжечь тетради
сторожить осколки
не терпеть остаток дня
 
spielen ist nicht das richtige wort
man spielt nicht
nicht damit
si souna
 
manchmal denke ich es wäre vielleicht sogar besser
ohne klang
komplett ohne
komplett ohrlos
и когда весь мир заговорит
никто не
услышит
tant pis pour ça
 
и где вообще мои друзья ?

ideologie-3


§a
sucht man in der mgg nach dem artikel „klang“, findet man nichts. sucht man online in der encyclopædia britannica nach dem begriff „sound“, kommt man alleine auf 3752 artikel, wobei die autofill-funktion die folgenden möglichkeiten anbietet : „sound reception“, „sound (physics)“, „musical sound“ und „sound recording“
 
sound
a mechanical disturbance from a state of equilibrium that propagates through an elastic material medium
 
sound reception
response of an organism’s aural mechanism, the ear, to a specific form of energy change, or sound waves
 
musical sound
any tone with characteristics such as controlled pitch and timbre. the sounds are produced by instruments in which the periodic vibrations can be controlled by the performer
 
und noch 13 seiten über die arten von schallwellen, idealen gas, dezibel-skala und schallgeschwindigkeit etc. ausserdem bin ich auf die folgenden begriffe aus der deutschen sprache gekommen, die für die bezeichnung der sich in einem medium entfaltenden schallwellen stehen :
 
klang
etwas, was akustisch in reiner, dem ohr wohlgefälliger weise wahrgenommen wird und über eine kürzere zeit hin, aber allmählich schwächer werdend, andauert; ton, der durch das harmonische zusammenklingen meist heller, reiner töne entsteht (duden)
 
mit klang werden bestimmte komplexe regelmäßige schallereignisse bezeichnet. insbesondere die physikalische akustik und die musik verwenden dabei unterschiedliche definitionen. im allgemeinen sprachgebrauch bezeichnet „klang“ außerdem das phänomen unterschiedlicher charakteristika eines schallereignisses, z. b. beim „klang einer stimme“ (wikipedia)
 
schall
1. (gehoben) nachhallendes geräusch; schallender klang, ton;
2. (physik) in einem medium wellenförmig sich ausbreitende schwingungen, die vom menschlichen gehör wahrgenommen werden können (duden)
 
bezeichnet allgemein das geräusch, den klang, den ton, den knall (schallarten), wie er von menschen mit dem gehör, also dem ohr-gehirn-system, aber auch von tieren auditiv wahrgenommen werden kann. schall stellt die ausbreitung von kleinsten druck- und dichteschwankungen in einem elastischen medium (gase, flüssigkeiten, festkörper) dar. man unterscheidet den nutzschall, wie musik oder die stimme beim gespräch, und den störschall, wie baustellen- oder verkehrslärm (wikipedia)
 
obwohl alle diese definitionen anspruch auf eine bestimmte wissenschaftliche objektivität haben – und klang tatsächlich eher als schall im physikalischen sinne bestimmen –, sind die dem aktuellen stand des hörens und dem aktuellen ausmaß, in dem sich ideologie über das hören verbreitet, nicht adäquat
 
§b
ideologie subjektiviert:
in einer ersten formulierung würde ich sagen: durch die funktionsweise der kategorie des subjekts ruft jede ideologie die konkreten individuen als konkrete subjekte an (toute idéologie interpelle les individus concrets en sujets concrets).
dieser satz impliziert zunächst die unterscheidung in konkrete individuen einerseits und konkrete subjekte andererseits, obwohl es auf dieser ebene kein konkretes subjekt gibt, dem nicht ein konkretes individuum zugrundeläge.
wir drücken in dem obigen satz aus, daß die ideologie derart “wirkt” oder “funktioniert”, daß sie durch eine ganz bestimmte operation, die wir anrufung nennen, aus der masse der individuen (sie rekrutiert alle) subjekte “rekrutiert” oder diese individuen in subjekte “verwandelt” (sie verwandelt alle). man kann sich diese anrufung nach dem muster der einfachen und alltäglichen anrufung durch einen polizeibeamten vorstellen: “he, sie da!”.
angenommen die vorgestellte szene spiele sich auf der straße ab und das angerufene individuum wendet sich um. es wird durch diese einfache wendung um 180 grad zum subjekt. warum? weil es damit anerkannt hat, daß der anruf “sehr wohl” ihm galt und “niemand anders als es angerufen wurde”. wie durch erfahrungen belegt, verfehlen diese praktischen telekommunikationen der anrufung praktisch niemals ihren mann; sei es durch mündlichen zuruf oder durch pfeifen, der so angerufene weiß immer, daß er es ist, der gemeint war. dies ist auf alle fälle ein merkwürdiges phänomen, das nicht allein durch ein “schuldgefühl” erklärt werden kann, trotz der vielzahl der leute, die “sich etwas vorzuwerfen haben”.

(louis althusser, «ideologie und ideologische staatsapparate»)
 
§c : son concret
ideologie schwingt im bewußtsein auf einer resonanzfrequenz und macht dadurch das individuum zum subjekt
 
schall ist in einem medium wellenförmig sich ausbreitende schwingung, die vom menschlichen gehör wahrgenommen werden kann
 
schall kann nicht in eine konfrontation mit einem subjekt treten und dabei nur schall bleiben. schall existiert nur außerhalb der ideologie
 
einer wird auf der straße angerufen, der wendet sich um : in dem moment wird er zum subjekt
 
in dem augenblick subjektiviert sich nicht nur der angerufene, sondern auch der objektiv daseiende schall selbst, in dem moment spiegelt er sich im bewußtsein des angerufenen wider und so wird der schall zum konkreten klang, wie das individuum zum konkreten subjekt wird
 
das hören verwandelt schall in klang, der nur durch und für ideologie existiert, die sich über klang entfaltet
 
klang ist durch das prisma der ideologie gebrochener schall und ideologie selbst besteht darin, dass das, was klingt ist nicht das, was schallt. sie ist die differenz und sie ist der mehrwert des hörens
 
ideologiefrei :
schallkunst
schallinstallation
schallforschung
schallfarbe
schallkomposition
im klangtoten raum
 
klanginflation in der schalllosen welt

ideologie-2

ideologie ist unser imaginäres verhältnis zu den bedingungen unseres hörens
das bewußtsein schafft ideologie, die das bewußtsein schafft, das ideologie schafft
ideologie existiert nur durch das subjekt und für das subjekt
so reproduziert sie sich
 
nicht-ideologie gibt es: sonst würden wir darüber nicht diskutieren
aber dadurch, dass es auch idologie gibt, können wir den platz, der durch die nicht-ideologie besetzt ist, nicht erkennen
 
das ohr ist naiv
und wird betrogen
das hören ist der ideologischste von allen sinnen
die meiste musik ist lüge
 
idee muss lauter als ideologie sein
idee existiert nur durch und für ideologie
idee ist das schönste überhaupt (kreidler)
ideen können überhaupt nichts ausführen (marx)

new york times vergoldet

panos tsagaris vergoldet titelseiten der new york times.





(via http://www.nerdcore.de/2016/12/17/golden-times/)

«music for piano» @ br

morgen um 22:05 (DE: UTC+1) gibt es im bayerischen rundfunk eine sendung von julia schölzel über neue klaviermusik. unter anderem wird auch meine «music for piano» vorgestellt.

schwarz-weiß-bunt

horizonte – die sendereihe für neue musik auf br-klassik.

große sonate, etüdenzyklus, kleine träumerei – kaum ein anderes instrument wurde über zweieinhalb jahrhunderte mit so viel literatur bedacht wie das klavier. komponisten nutzten es als klanglabor für studien und als konzertbegleiter, um neuheiten einem größeren publikum vorzustellen. und auch wenn es besonders john cage mit den akustischen neuerungen des präparierten klaviers klanglich aufpeppte, ab mitte des 20. jahrhunderts verkam das klavier für viele komponisten zum verstaubten kasten einer überholten zeit, eines nostalgischen zeitgeists. denn wer heute für klavier schreibt, kommt nicht am klassischen klavierkanon von bach bis bartók, von beethoven bis brahms vorbei. momentan von einem klavier-revival zu sprechen, wäre zu optimistisch. doch ein trend ist immerhin erkennbar, dass sich heutige komponisten gerade wieder diesem “höhere-töchter-instrument” zuwenden, sich mit dessen immenser literatur und der geschichte seiner werke auseinandersetzen – spielerisch, poetisch, virtuos. welche neuen wege zeigen sich gegenwärtig? und welche spielräume eröffnet die einbeziehung von live-elektronik? mit aktuellen kompositionen von aperghis, winkler, andré, schiphorst, pena und belet beleuchtet julia schölzel die frage, wie das klavier zu beginn des 21. jahrhunderts zurückerobert wird.

https://www.br-klassik.de/programm/radio/ausstrahlung-882308.html

sonifikation des prostatakrebses

frankfurter allgemeine berichtet.
prostatakrebs

songs half step out of key


(via anton)

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