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plagiieren.

ein musikalisches material und eine musikalische struktur 4 stunden lang im sitzen geistig durchdringen und dann aufstehen.

johannes kreidlers “sätze über musikalische konzeptkunst” vorsingen.

libido vertonen (ohne dynamikveränderungen!).

verlagskataloge vertonen.

die partitur von mathias spahlingers stück »lamento, protokoll« für violoncello und grosses orchester bei windigem wetter lesen.

jedes wort aus dem kapital von k. marx sampleweise vertonen.

aktuelle nachrichten vertonen.

auf verschiedene körperteile namen unterschiedlicher komponisten aufkleben und davon ein foto machen. das ergebnis zusammen mit musik dieses komponisten in public domain veröffentlichen.

auf youtube kurze musikabschnitte uploaden, die im subjekt starke selbstidentifikation hervorrufen: sogenannte schöne stellen.
das video muss die information über den komponisten, interpreten, die aufnahmefirma enthalten.

aufnahmen existierender musik manipulieren bis gema-sperre auf youtube verschwindet.
das ergebnis auf youtube uploaden.
das video muss die information über den komponisten des transponierten stückes, interpreten und das musiklabel enthalten.

realisation 1
in holzfächern mit türen (ca. 30x30x30 cm) befinden sich an audioplayer angeschlossene lautsprecher. in jedem fach gibt es einen lautsprecher.
die anzahl der fächer ist beliebig, darf aber nicht zu gross sein, z.b. 12-25 st.
es muss eine möglichkeit geben aus den fächern eine rechteckige  “wand” zu bauen (nah zu quadratischer form: z.b. 3×4, 4×4, 4×5, 5×5 usw).
die “wand” darf weder horizontal noch vertikal zu ausgedehnt sein.
in geschlossenen fächern läuft äußerst leise musik.
wenn alle fächer zu sind, kann man nur mit grosser bemühung einen cluster aus verschiedenen musiken hören: eher ein musik-rauschen.
wenn ein fach aufgemacht wird, geht die lautstärke seiner musik zum maximum, wobei die geschlossenen fächer äusserst leise bleiben.
die tür jedes faches ist beschriftet: darauf steht, zu welcher kategorie die musik in dem fach gehört.
z.b.: relevant, irrelevant, radikal links, radikal, rechts, politisch, apolitisch, laut, leise, neu, mechanismen der selbstidentifikation des Subjekts.
die letzte der genannten kategorien ist obligatorisch.
im fach “machanismen der selbstidentifikation des subjekts” müssen neben dem lautsprecher kleine schnäpse stehen, die man aus deutschen supermärkten kennt.
die installation muss stationär aufgebaut werden und sich im kontext einer ausstellung befinden.

realisation 2
2.1.
parameter der midi-ereignisse einer midi-datei permutieren.

2.2.
die partitur (als in form einer graphischen datei) eines musikstückes in bereiche aufteilen und die bereiche permutieren.

2.3.
midi-ereignisse einer midi-datei nach parametern sortieren: nach tonhöhen, dauern, lautstärken .

2.4.
die attacken eines stückes – des akzeptor-stückes – werden durch attacken eines zweiten stückes – des donator-stückes – ersetzt.
als bindender parameter kann tonhöhe, dauer oder lautstärke sein.
jede attacke des akzeptors mit dem bestimmten wert eines parameters muss durch eine attacke des donators mit demselben wert dieses parameter ersetzt werden.
wenn die attacke mit dem wert im donator fehlt, entsteht eine lücke.
wenn es mehrere attacken mit dem wert des parameters im donator gibt, muss die attacke mit den nähersten werten der anderen beiden parameter ausgewählt werden.

ein beispiel:
der bindende parameter: tonhöhe.
für jede attacke des akzeptors wird es im donator nach einer attacke mit der tonhöhe der attacke des rezeptors  gesucht, wobei die attacke des akzeptors durch die gefundene im donator attacke ersetzt wird.

2.5.
video permutieren.

2.6.
das spektrum einer audiodatei permutieren.

2.7.
ein musikstück zu einem andern musikstück schrittweise morphen.

realisation 3
ascii-werte auf midi-parameter projezieren.

auf keyboard ein nicht zu kompliziertes musikalisches stück aufführen. dabei läuft es auch stumm als vorprogrammirtes midi-stream im computer intern (zeitlich absolut genau, ohne humanization-effekte). an bestimmten stellen drückt der spieler ein pedal und die vorprogrammierte midi-sequenz kommt in den vordegrund und das, was auf keyboard gespielt wird, wird komplett ausgeblendet.

auf mikrofoniertem keyboard ein urheberrechtlich geschütztes klavierstück aufführen. alle midi-erreignisse müssen im computer intern zu samples gemacht werden. die samples müssen an die verwertungsgesellschaft, den entsprechenden verlag und andere beliebige empfänger laut dem verteilungsplan per e-mail geschickt werden. in der mail muss information über den komponisten (lebenslauf,  photo, kontakte usw.) und die beschreibung des projektes stehen. aus den lautsprechern im saal kommen nur perkussive klänge des verstärkten keyboards. die performance muss durch ein video-zuspielung kommentiert werden: im video müssen bilder der natur und auch den text  gezeigt werden, der in e-mail stehen soll.

verschiedene vorhandene musikstücke in den frequenzbereich hochtransponieren, so dass die obere grenze des spektrums bei ca. 19 kHz liegt.

ein szenisches remake von john baldessaris performance »teaching a plant the alphabet«.

auf der bühne: der performer und eine kaktee. die kaktee ist von kleinen computer-lautsprechern umgegeben: vorne – hinten – links – rechts – (oben – unten). im saal ist die lautsprecherdisposition analog (im bezug auf das publikum). der kaktee werden porträte der verschiedenen komponisten gezeigt, gleichzeitig wird den namen des komponisten und den titel eines stückes aus seinem schaffen angesagt. gleichzeitig muss ein sample aus dem werk abgespielt werden. diese aktion muss mehrmals wiedeholt werden mit verschiedenen komponisten und stücken. hinter dem performer muss es eine leinwand geben, auf der die vergrößerte abbildung der kaktee und des gezeigten porträts des komponisten, dessen musik der kaktee im moment beigebracht wird.

ein musikalisches werk auf keyboard vor dem publikum aufführen. vor der aufführung wird eine liste mit email-adressen der mögliсhen zuhörer erstellt, die  entweder im saal sitzen oder online/offline sind. während der aufführung gibt es zwei möglichkeiten: entweder klingt die musik aus den lautsprechern im saal oder sie läuft stumm im keyboard. in dem fall wird der stumme abschnitt als eine wav-datei auf der festplatte im computer gespeichert und an die leute aus der mailingliste geschickt. in der e-mail wird  jede datei kommentiert. die entscheidung, ob die musik im saal klingt, oder per email geschickt wird, ist durch zufallsgenerator gesteuert. die auswahl des emfängers, des kommentars, der dauer und der zeitlichen position des abschnitts ist auch zufällig.

erste sätze von mindestens 9 sinfonien von bruckner gleichzeitig abspielen. mindestens 9-kanalig.

finden in einem peer-to-peer netz eine illegale kopie der partitur von lachenmanns „pression“ und eine web-seite erstellen, wo man diese kopie herunterladen kann. gleichzeitig wird für diese web-seite in sozialnetzen gewirbt.

alle vokalstimmen aus der tschaikovskis oper „pique dame“  durchsingen und die aufführung mit einer web-kamera aufnehmen.

formulierte konzepte veröffentlichen.

konzepte formulieren, ohne sie zu realisieren.