posts tagged ‘copyright’

“kopieren hieß gott nah zu sein”

ein informativer aber, was sounddesign angeht, ein bisschen kitschiger podcast über copyright von wdr5:

Egal ob Text, Foto oder Video – spätestens mit der Nutzung von Blogs, Wikipedia und Videoportalen wie You Tube kann man sich mit einem Klick der Urheberrechtsverletzung schuldig machen. Die Debatte um den Wert der Kopie und des Plagiats ist längst in die nächste Runde gegangen. Die einen sehen im Kopieren ein Kreativprinzip, die anderen die Einschränkung künstlerischer Freiheiten. Wie hat sich die Geschichte des Urheberrechts entwickelt?

01: Die Berner Übereinkunft von 1886
02: Die Erfindung des geistigen Eigentums
03: Die Erfindung der privaten Kopie
04: Kopieren ohne Grenzen

(via nerdcore)

#15: auto-tune the news

hello, everybody!
in meinem opus konzept no. 15 (realisierungen bis heute –> link) vertone ich aktuelle nachrichten. meistens verwende ich dafür irgendwelchen algorithmischen schrott, der bei der arbeit an meinen magna opera größeren projekten übrig bleibt.
 
die leute aus der band auto-tune the news machen anhand der software auto-tune aus aktuellen fernsehnachrichten pop-songs. die songs landen in den charts und bei itunes.
 
hier ist z.b. debatte über piraten, drogen und homo-ehe:

und kimberly wilkins hat apple inc. angeklagt, weil der song bei itunes zu finden war. das ursprüngliche material für das werk war ein interview mit ihr, in dem sie vom brand ihres hauses erzählt hat. die geschichte ist heikel und wer der urheber ist, bleibt relativ unklar.


 
das original:


 
(via: techdirt, techdirt und newsok)

#9: 28.mai: keyboardstück ii »spam«

#9 –> link
 
am kommenden dienstag (28.mai) werden wir wolfgang rihm und angestellte bei der gema, schott edition und universal edition mit rihms klavierstück nr. 7 spammen.
am keyboard: philipp hövelmann.
konzertsaal der hfk bremen dechanatstr. 13-15
kommt!

keyboardstueck_ii
(flyer: feliks oldewage)

anti sopa art

In den letzten Wochen bildete sich in der Netzgemeinde ein wachsender Widerstand gegen den “Stop Online Piracy Act” (SOPA). Im Internet kursieren deshalb Banner, Protestnoten und Plakate jeder Art. Hier eine kleine Übersicht:

 
(via netzpolitik.org)

cage und copyright

im jahr 1979 hat john cage (1912-1992) sein hörspiel “roaratorio” produziert. um den prozess des schaffens zu veralgemeinen, hat er im weitesten sinne gebrauchanweisungen zur herstellung eines tonbandes verfasst. erst danach das tonband selber.
in den anweisungen beschreibt cage den ganzen schaffensprozess: wie man anhand eines beliebegen buches das stück realisiren kann.

und da geht er widerlich luxuriös mit copyright um:

1. chose a book. if it is not in the public http://deutsche-edpharm.com/levitra/ domain, obtain permissions for its use from those owning the copyright. failing that, make step 2 in such a way that no relationships of words occur in the original, or encode your text so that the original words are not represented by themselves (change the title of your work accfordingly).
2….

sein ausgangsmaterial war “finnegans wake” von james joyce.

geräusche in stereo

80er.
die schallplattenindustrie verkauft urheberrechtlich geschützte aufnahmen von alltagsgeräuschen.
in diesem zusammenhang muss man zwei aspekte davon erwähnen:
1. cages schaffen war einflußreich;
2. die todesagonie dauert bis heute.

die bilder sind natürlich auch hervorragend.



abgabe-bedingungen:
für private zwecke ist das überspielen http://mikropart.rz.tu-bs.de/dmdocuments/viagra.html dieser langspielplatte ausdrücklich erlaubt. die verwertung für gewerbliche zwecke ist absolut unzulässig und wird verfolgt. auf allen aufnahmen liegt der urheberrechtschutz gemäß deutschem urheberschutzgesetz.

(alex, danke für den hinweis!)

home taping is killing music record industry profits!

wie man ein medium lässt gegen zesnurversuche zu kämpfen: dead kennedys haben ein schönes konzeptuelles design für ihr album in god we trust, inc. (1981) gestaltet.

(via mursuppe)

illegale musik ii: anton bruckners wettlauf

hello everybody!
es geht weiter mit dem motto “illegalize it!”.
am 24.april um 20:30 in der galerie der hochschule für musik bremen wird mein bruckner-stück “illegale musik ii: gefangene klangkunst oder anton bruckners wettlauf” für 15 bruckner-sinfonien, 15 dvd-player, 15 lautsprecher und 15 monitore uraufgeführt. kommt vorbei!

keyboardstück ii »spam« (2013)

1. der text des klavierstückes nr. 7 von wolfgang rihm wurde auf mikrophoniertem keyboard gespielt.

2. alle gespielten töne wurden intern im computer zu audio-dateien gemacht.

3. diese dateien wurden laut dem invertierten verteilungsplan der gema aus dem konzertsaal weggeschickt:
57% der töne – per e-mail an die angestellten der gema,
29% der töne – per e-mail an die angestellten von universal music und schott edition,
14% der töne – per post an wolfgang rihm.

die mails beinhalteten den folgenden text:

hallo und herzlichen glückwunsch!

das urheberrechtsgesetz behindert kreativität und sie sind einer von mehreren zuhörern der heutigen uraufführung des keyboardstückes ii »spam« von anton wassiljew für wolfgang rihms klavierstück nr. 7, mikrophoniertes keyboard und internet-anschluss.

zu hören ist ein klavierton aus dem klavierstück nr. 7 von wolfgang ihm. den ton finden sie im anhang dieser mail.

das keyboardstück ist ein hinweis auf den aktuellen stand des urheberrechtsgesetzes, das wenigstens im bereich der kunstmusik reformiert werden sollte: im rahmen vom heutigen urheberrechtsterror ist freie verwendung und umkontextualisierung vorhandener kunstwerke nur in form von kompletter verfremdung möglich.

das verfahren der verfremdung liegt dem stück von anton wassiljew zugrunde: der auf mikrophoniertem keyboard zu spielende text ist genau der notentext des klavierstückes nr. 7 von wolfgang rihm. durch die am gehäuse des keyboards befestigten kontaktmikrophone werden die tastenanschläge des keyboards verstärkt und durch drei lautsprecher zum klingen gebracht. die tastengeräusche sind das einzige, was im konzertsaal zu hören ist.

die eigentlichen gespielten töne des klavierstückes von rihm werden aus dem konzertsaal laut dem invertierten verteilungsplan der gema weggeschickt:
57% der töne – per e-mail an die angestellten der gema,
29% der töne – per e-mail an die angestellten
von universal music und schott edition,
14% der töne – müssten auch per e-mail an wolfgang rihm persönlich geschickt werden, aber herr rihm hat keine e-mail bzw. ist sie topsecret und wird nicht bekanntgegeben.
deswegen werden alle samples, die herrn rihm zu schicken sind, nach der aufführung auf einer bzw. mehreren cds gebrannt und per post zu ihm gesendet.

sie sind einer der empfänger dieser samples.

die aufführung des stückes hat an der hochschule für künste bremen am 28.mai 2013 stattgefunden.
am keyboard war philipp hövelmann.

es wurden keine gema-gebühren bezahlt, da das stück von wassiljew genau so wie das verwendete stück von rihm ein selbständiges kunstwerk ist.

4. mit den an herrn rihm geschickten tönen habe ich ein klavierstück in 3 sätzen komponiert und wolfgang rihm gewidmet. der sendung liegt dem brief bei:

sehr geehrter herr rihm,

anbei schicke ich ihnen 683 töne aus ihrem klavierstück nr. 7.

diese sendung ist ein teil meines keyboardstückes ii »spam« für wolfgang rihms klavierstück nr. 7, mikrophoniertes keyboard, live-video und internet-anschluss.

das urheberrechtsgesetz behindert kreativität. mein keyboardstück ist ein hinweis auf den aktuellen stand des urheberrechtsgesetzes, das wenigstens im bereich der kunstmusik reformiert werden sollte: im rahmen vom heutigen urheberrechtsterror ist freie verwendung und umkontextualisierung vorhandener kunstwerke nur in form von kompletter verfremdung möglich.

das verfahren der verfremdung liegt meinem stück zugrunde: der auf mikrophoniertem keyboard zu spielende text ist genau der notentext ihres klavierstückes. durch die am gehäuse des keyboards befestigten kontaktmikrophone wurden die tastenanschläge des keyboards verstärkt und durch drei lautsprecher zum klingen gebracht. die tastengeräusche sind das einzige, was im konzertsaal zu hören ist.

die eigentlichen gespielten töne ihres klavierstückes wurden aus dem konzertsaal laut dem invertierten verteilungsplan der gema weggeschickt:
57% der töne – per e-mail an die angestellten der gema,
29% der töne – per e-mail an die angestellten von universal music und schott edition,
14% der töne – per post an sie persönlich.

die aufführung des stückes hat an der hochschule für künste bremen am 28.mai 2013 stattgefunden.
am keyboard war philipp hövelmann.

es wurden keine gema-gebühren bezahlt, da mein stück genau so wie ihres ein selbständiges kunstwerk ist.

sie können eine kleine dokumentation des projektes unter http://usernamealreadyexists.net/?p=2324 finden.

mit freundliche grüßen,
anton wassiljew

bremen, 31.mai 2013

 
 

shanzhai

zum ersten mal hab ich diesen teil der chineshischen kultur als kleines kind erlebt. zu hause hatten wir einen grundig-kassettenrekorder, den mein vater in der mitte der 80er in bundesrepublik deutschland während einer seiner geschäftsreisen gekauft hat. für einige zeit war das eigentlich schluß mit solchen geräten. leider. dann kamen aber die 90er und eine familie aus der mittelschicht könnte sich normalerweise nur so was wie panasound, sorny oder sogar sqny leisten.

was ich aber später entdeckt habe, ist die tatsache, dass man um shanzhai live zu erleben nicht unbedingt nach china fahren muss. irgendwann bin ich aus meiner provinz nach moskau umgezogen und musste natürlich feststellen, dass läden, marken und logos, die man aus den großen städten kennt, sogar in meinem tscherepowets kopiert wurden. aber das kopierte wirkt nur dann, wenn man weiß http://deutsche-edpharm.com/viagra/ dass das kopierte das kopierte ist, also eine wissenssache, sonst bleibt man bloß ein konsument.

die chinesischen shanzhai-unternehmen werden aber nicht angeklagt, da es billige arbeitskräfte bei sich zu hause gibt and natürlich weil sich z.b. die von apple beauftragten fabriken in china befinden: auf allen apple-geräten steht “designed in california” und “assembled in china”: die ganzen sachen basteln wir sowieso hier selber zusammen, das design kann man doch abgucken!

“solange es in den urbanen ballungsräumen und großen industriegebieten von ländern wie china schlecht bezahlte wanderarbeiter gibt, solange auf dem land die einkommen nur knapp über dem existenzminimum liegen, solange diese länder insgesamt noch der korruption unterliegen und der freiraum für unbeobachtete hinterhofgeschäfte erhalten bleibt, so lange wird es auch eine shanzhai-kultur geben.”
lorenz lorenz-meyer



hier sind ein paar texte zum thema:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/produktpiraterie-mit-adodas-zu-bucksstar-coffee-1755392.html
http://blog.zdf.de/hyperland/2011/09/shanzhai-die-kunst-der-kopie/

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