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#16: »das kapital« study

ein gespenst geht um in der neuen musik – das gespenst der studie!

die form bietet sich sehr gut an, eine idee und das mit ihr in verbindung gebrachte medium, sehr präzis zu demonstieren, ohne dass das ganze oberlangweilig wird.

einen auszug aus »mein kampf« hab ich schon vertont. “das kapital” ist dran.

in dem stück habe ich »das kapital« von k. marx sampleweise vertont. jedes wort aus dem ersten band des kapital ist in eine gleitkommazahl übersetzt, also in ein sample. und zwar so, dass die wörter “arbeit” und “geld” mit der amplitude 1.0 markiert werden. der rest bekommt einen zufälligen wert zwischen -0.1 und 0.1. so entsteht das leise rauschen.
im ersten band des kapital gibt es 286784 wörter. das wort “arbeit” kommt 1270 mal vor und das wort “geld” 423 mal.

rausgefilterte arbeit kommt von links und rausgefiltertes geld kommt von rechts:


 
mir ist bekannt (danke, efi!), dass frieder nake das gleiche verfahren im visuellen bereich verwendet hat. ich weiss leider nicht in welchem projekt.

hier hatte ich auch das projekt von christin lahr erwähnt, in dem die künstlerin das ganze kapital von marx an finanzministerium als verwendungszweckangaben überweist.

700 terabytes in 1 gram of dna

A bioengineer and geneticist at Harvard’s Wyss Institute have successfully stored 5.5 petabits of data — around 700 terabytes — in a single gram of DNA, smashing the previous DNA data density record by a thousand times.

The work, carried out by George Church and Sri Kosuri, basically treats DNA as just another digital storage device. Instead of binary data being encoded as magnetic regions on a hard drive platter, strands of DNA that store 96 bits are synthesized, with each of the bases (TGAC) representing a binary value (T and G = 1, A and C = 0).

To read the data stored in DNA, you simply sequence it — just as if you were sequencing the human genome — and convert each of the TGAC bases back into binary. To aid with sequencing, each strand of DNA has a 19-bit address block at the start (the red bits in the image below) — so a whole vat of DNA can be sequenced out of order, and then sorted into usable data using the addresses.

(via flowingdata and extremetech)

algorithmisch erstellte nachrichten

ich benutze algo-schrott für meine vertonungen von aktuellen schlagzeilen.
hier gibt es eine kleine studie über algorithmisch erstellte nachrichten.

man könnte auch z.b. aus meinem algo-schrott nachrichten generieren.

(via wired, boing boing)

autocomplete in der musik

die häufigkeit, mit der das beethovensche schicksalsmotiv in der musikgeschichte vorkommt erreicht ihren höhepunkt am anfang des 19.jahrhunderts.
peachnote.com ist die von vladimir viro erschaffene webseite, die in drei datenbaken nach der literatur sucht, in der das eingegebene motiv vorkommt. es geht aber dabei nur um die tonhöhenabfolgen!

 

und noch eine tolle möglichkeit (leider nicht mehr verfügbar), bei der es darum geht, dass man auf der webseite noteflight.com ein motiv eingibt und der webseite überlässt das motiv fortzusetzen. also autocomplete in der musik. dabei wird auch nach dem eingegebenen motiv bei der peachnote.com gesucht und eine von mehreren möglichkeiten ausgewählt: man kann dabei auch einstellen, zu welcher stilepoche die fortsetzung gehören soll.

gedichte in programmiersprachen

ein wunderschönes beispiel für mediale fusion sind die gedichte in programmiersprachen – ein projekt von ishac bertran, der einigen programmierern vorgeschlagen hat an dem projekt teilzunehmen und dadurch sie zu dichtern gemacht.
die einzigen regeln: jedes programm darf nicht größer als 0.5 kB sein und muss laufen.
die gedichte sind auch als buch erschienen.

Poetry is considered a form of literary art in which language is used for its aesthetic and evocative qualities. It contains multiple interpretations and therefore resonates differently in each reader.

Code is the language used to communicate with computers. It has its own rules (syntax) and meaning (semantics). Like literature writers or poets, coders also have their own style that include – strategies for optimizing the code being read by a computer, and facilitating its understanding through visual organization and comments for other coders.

Code can speak literature, logic, maths. It contains different layers of abstraction and it links them to the physical world of processors and memory chips. All these resources can contribute in expanding the boundaries of contemporary poetry by using code as a new language. Code to speak about life or death, love or hate. Code meant to be read, not run.

The project aims to compile a variety of code poems from software engineers, artists and other code writers, exploring the potential of code to communicate at the level of poetry.

Code poems can be submitted using this form until the 31st May 2012. A selection of poems will be printed in a book.

Code poems can be submitted in any coding language – there are only two rules:

– 0,5 KB maximum size.
– Required to compile.

For visual reference, poems will be printed using a monospace typeface, in pages with 32 lines, 50 characters per line. Formatting (page breaks, indentation) will be respected for the publication.

die autoren der gedichte:
Aaron Broder, Alejandro Corredor, Álvaro Matías Wong Díaz, Andrew Couch, Andrew Parker, Antonio Moujadami, Atanas Bozdarov, Attila Palfalusi, Aymeric Mansoux, Bacchus Beale, Ben Englisch, Brad Sorensen, Bram De Buyser, Bruno Herbelin, Carrie Padian, Chris Adams, Chris Boucher, Cosima Dipalma, Dan Brown, Dane Hillard, Daniel Bezerra, Dave McKellar, Dave Mezee, David Berry, David Cantillon, David Devanny, David Homes, David Sjunnesson, Dean M Kukol, Dom Slatford, Ed Schenk, Elena Machkasova, Erik Knechtel, Giulio Presazzi, Gorenje Smack, Guilherme Kerr, Iris Dunkle, Irtaza Barlas, Izzy Edwards, Jake Forsberg, James Grant, Jason Kopylec, Jason Rowland, Jasper Speicher, Jeffrey Knight, Jennifer Mace, Jerome Saint-Clair, Jesse Pascoe, Joaquim d’Souza, John Dale, John McGuiness, John Saylor, Jolene Dunne, Jon Bounds, Jon Coe, Jonny Plackett, Jose Portelo, Josh Fongheiser, Joshua Reisenauer, Jot Kali, Ken Hubbell, Kenny Brown, Lans Nelson, Lutalo Joseph, Magda Arques, Marc van der Holst, Marco Triverio, Marcus Ross, Mario Sangiorgio, Mark Whybird, Mary Alexandra Agner, Matias Chomicki, Matt Painter, Matthew Painter, Matthew Perkins, Matthew Ward, Michael Cheung, Michael Fall, Mikey Hogarth, Nancy Mauro-Flude, Nataliya Petkova, Nemesis Fixx, Nicholas Starke, Nick Daly, Pall Thayer, Paul Illingworth, Peter Schonefeld, Petroula Sepeta, Rafael Romero, Ramsey Nasser, Rena Mosteirin, Renato Fabbri, Ricardo Sismeiro, Richard Fletcher, Richard Littauer, Roger Donat, Ruggero Castagnola, Ryan Christiansen, Ryan Kabir, Shani Naeema, Shawn Lawson, Signe Breum, Soon Van, Suhail Thakur, Sylke Boyd, Terek Ertman, Thibault Autheman, Thomas Braun, Thomas Pellegrini, Tobby Cheruthuruthil, Ubaldo Pescatore, V Nels, Vilson Vieira, Viviana Alvarez Chomón, William Dupré, William Linville, Wolf Herrera, Xtine Burrough, Yann van der Cruyssen, Yves Daoust

(via nerdcore)

informatik in der kunst

mein stück “sortierung der webernschen tonreihe nach dem bubblesort-algorithmus”

und verwendung desselben algorithmus in bezug auf volkstänze

via boing boing

lejaren hiller 2: computer cantata: ives + zeitschriften

“computer cantata” (1963) für ensemble, soprano und tape – die zweite große algorithmische komposition von lejaren hiller und robert a. baker. ursprünglich musste das stück “illiac suite ii” heißen und mit hilfe von “illiac ii” computer realisiert werden, der aber in jenem momet aus irgendwelchen gründen nicht funktionierfähig war, deswegen wurde es für ibm 7090 entschieden; und genau so wie in „illiac suite“ wurden die ganzen algorithmen in MUSICOMP implementiert.

das stück besteht aus 5 teilen und jeder teil besteht aus einer strophe mit prolog und epilog, wobei die algorithmische verfahren (stochastiche synthese verschiedener ordnung) den teilen symmetrisch zugewiesen wurde. also die form in dem sinne ist traditionell symmetrisch (vgl. incontri (1955) von luigi nono + werke von alten meistern).

i
prolog to strophe i (rhythm study for percussion)
random prelude to strophe i
strophe i (zeroth-order stochastic approximation)

ii
prolog to strophe ii (totally organized instrumental music)
strophe ii (first-order stochastic approximation)

iii
prolog to strophe iii
(polytempered computer sounds)
strophe iii (second-order stochastic approximation)
epilog to strophe iii (polytempered computer sounds)

iv
strophe iv (third-order stochastic approximation)
epilog to strophe iv (totally organized instrumental music)

v
strophe v (fourth-order stochastic approximation)
epilog to strophe v (rhythm study for percussion)

als textvorlage wurde eine nummer der zeitschrift “plays” benutzt. die ganzen vokalen und konsonanten aus der zeitschrift wurden analysiert und dementsprechend anhand stochastischer synthese die texte von allen strophen des stückes generiert.

die tonhöhen, dauern, pausen, dynamiken und spielarten sind das ergebnis der analyse vom zweiten satz aus charles ives‘s stück “three places in new england”.

es wurde gezählt, wie oft jede tonhöhe, dauer usw. vorkommt und anhand dieser wahrscheinlichkeitsverteilungen wurde die ganze musik generiert:

hier gibt es einen text von hiller und baker über ihre arbeit.

(kilian, danke für die infos und materialien!)

software tipp: »bach«

andrea agostini und daniele ghisi haben die software »bach« für max/msp/jitter-umgebung entwickelt. das ding ist sehr empfehlenswert.
vor allem gibt es da möglichkeiten mit statistischen verfahren zu arbeiten, geile quantisierung, mikrochromatik, music-xml- und midi-export usw. usf.
wirklich gut!
hier ist das link zum projekt und zur download-seite.