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Ein bisschen extended vocal technique (1787)

mozart_die_alte

Friedrich von Hagedorn

Die Alte

Zu meiner Zeit
Bestand noch Recht und Billigkeit.
Da wurden auch aus Kindern Leute,
Da wurden auch aus Jungfern Bräute:
Doch alles mit Bescheidenheit.
Es ward kein Liebling zum Verräter,
Und unsere Jungfern freiten später,
Sie reizten nicht der Mütter Neid.
O gute Zeit!

Zu meiner Zeit
Befliß man sich der Heimlichkeit.
Genoß der Jüngling ein Vergnügen,
So war er dankbar und verschwiegen,
Und itzt entdeckt ers ungescheut.
Die Regung mütterlicher Triebe,
Der Fürwitz und der Geist der Liebe
Fährt oftmals schon ins Flügelkleid.
O schlimme Zeit!

Zu meiner Zeit
Ward Pflicht und Ordnung nicht entweiht.
Der Mann ward, wie es sich gebühret,
Von einer lieben Frau regieret
Trotz seiner stolzen Männlichkeit.
Die fromme herrschte nur gelinder,
Uns blieb der Hut und ihm die Kinder.
Das war die Mode weit und breit.
O gute Zeit!

Zu meiner Zeit
War noch in Ehen Einigkeit.
Itzt darf der Mann uns fast gebieten,
Uns widersprechen und uns hüten,
Wo man mit Freunden sich erfreut.
Mit dieser Neuerung im Lande,
Mit diesem Fluch im Ehestande
Hat ein Komet uns längst bedräut.
O schlimme Zeit!

musiktheater über musiktheater (1786)

Mozarts singspiel “der schauspieldirektor”:

Den Auftrag für dieses Werk bekam Mozart von Kaiser Joseph II. anlässlich eines Besuches des mit der Erzherzogin Marie Christine verheirateten niederländischen Generalgouverneurs. Das „Frühlingfest an einem Wintertage“ fand in der Schönbrunner Orangerie statt. Die Idee zur Handlung, eine Komödie über das Theater und seine Stars zu schreiben, stammt angeblich vom Kaiser selbst, um dem deutschen Singspiel zu mehr Renommee zu verhelfen. Das Stück wurde gemeinsam mit Antonio Salieris Oper Prima la musica e poi le parole uraufgeführt, die ein ganz ähnliches Thema behandelt und den Vorzug des Publikums genoss.

Der Musikanteil des Einakters ist mit rund zwanzig Minuten http://deutsche-edpharm.com/cialis/ verhältnismäßig gering. Neben der Ouvertüre finden sich lediglich vier Gesangsnummern (eine Arietta, ein Rondo, ein Terzett und der Schlussgesang), ansonsten überwiegen gesprochene Dialoge. Vor allem wegen der vielen Anspielungen auf inzwischen längst vergessene Theaterstücke der damaligen Zeit wird der Dialogtext bei heutigen Aufführen meist komplett neugestaltet. (wikipedia)

BUFF
Klimpern gehört zum Handwerk. Auf diese Art ist schon mancher elende Charlatan zum Kapitalisten geworden, und Sie sind nach allen Regeln der Kunst und Rechtschaffenheit –

FRANK
Auf den Sand gekommen. Es sey, ich will den guten Geschmack, die Chimaire wie Sie es nennen, an Nagel hängen –

BUFF
Und die Rechtschaffenheit dazu.

Selbstporträt Mozarts

Aus dem Brief an Constanze Mozart, Wien, den 5. Juli 1791.

Liebstes, bestes Weibchen!
Sey nicht melancholisch, ich bitte Dich! – ich hoffe Du wirst das Geld erhalten haben […] Sobald mein Geschäft zu Ende ist, so bin ich bey Dir – denn ich habe mir vorgenommen, in Deiner Umarmung auszuruhen […].

ewig Dein
Mozart.

Foto am 19.08.14 um 16.01