posts tagged ‘zensur’

#9: 28.mai: keyboardstück ii »spam«

#9 –> link
 
am kommenden dienstag (28.mai) werden wir wolfgang rihm und angestellte bei der gema, schott edition und universal edition mit rihms klavierstück nr. 7 spammen.
am keyboard: philipp hövelmann.
konzertsaal der hfk bremen dechanatstr. 13-15
kommt!

keyboardstueck_ii
(flyer: feliks oldewage)

4062 e-mails to go

gestern haben wir mein keyboardstück ii gespielt. mails werden immer noch verschickt. ich danke allen mitwirkenden!
4062mailsToGo

acta-zahnpaste

anti sopa art

In den letzten Wochen bildete sich in der Netzgemeinde ein wachsender Widerstand gegen den “Stop Online Piracy Act” (SOPA). Im Internet kursieren deshalb Banner, Protestnoten und Plakate jeder Art. Hier eine kleine Übersicht:

 
(via netzpolitik.org)

der film über den »the pirate bay«-prozess

dokumentarfilm von simon klose über den »the pirate bay«-prozess: »tpb afk: the pirate bay away from keyboard.«

herunterladen auf »the pirate bay« –> link

Ferneyhough, Jugendschutz

Bildschirmfoto 2014-01-12 um 16.07.10

(via Jörg)

home taping is killing music record industry profits!

wie man ein medium lässt gegen zesnurversuche zu kämpfen: dead kennedys haben ein schönes konzeptuelles design für ihr album in god we trust, inc. (1981) gestaltet.

(via mursuppe)

jazz in der nazizeit oder alle kräfte gegen das system!

zum thema “illegale musik im rahmen eines systems”.
als beispiel: nazi-regeln für jazzer aus den entsprechenden jahren:

1 pieces in foxtrot rhythm (so-called swing) are not to exceed 20% of the repertoires of light orchestras and dance bands;
2 in this so-called jazz type repertoire, preference is to be given to compositions in a major key and to lyrics expressing joy in life rather than jewishly gloomy lyrics;
3 as to tempo, preference is also to be given to brisk compositions over slow ones so-called blues); however, the pace must not exceed a certain degree of allegro, commensurate with the aryan sense of discipline and moderation. on no account will negroid excesses in tempo (so-called hot jazz) or in solo performances (so-called breaks) be tolerated;
4 so-called jazz compositions may contain at most 10% syncopation; the remainder must consist of a natural legato movement devoid of the hysterical rhythmic reverses characteristic of the barbarian races and conductive to dark instincts alien to the german people (so-called riffs);
5 strictly prohibited is the use of instruments alien to the german spirit (so-called cowbells, flexatone, brushes, http://deutsche-edpharm.com etc.) as well as all mutes which turn the noble sound of wind and brass instruments into a jewish-freemasonic yowl (so-called wa-wa, hat, etc.);
6 also prohibited are so-called drum breaks longer than half a bar in four-quarter beat (except in stylized military marches);
7 the double bass must be played solely with the bow in so-called jazz compositions;
8 plucking of the strings is prohibited, since it is damaging to the instrument and detrimental to aryan musicality; if a so-called pizzicato effect is absolutely desirable for the character of the composition, strict care must be taken lest the string be allowed to patter on the sordine, which is henceforth forbidden;
9 musicians are likewise forbidden to make vocal improvisations (so-called scat);
10 all light orchestras and dance bands are advised to restrict the use of saxophones of all keys and to substitute for them the violin-cello, the viola or possibly a suitable folk instrument.

urheberrechtgesetz, oder? heutzutage sieht die situation mit der neuen musik etwas lockerer aus, aber nur etwas: nach einer zb system-kritischen aussage kannst du immer angeklagt werden.

( via boingboing)

keyboardstück ii »spam« (2013)

1. der text des klavierstückes nr. 7 von wolfgang rihm wurde auf mikrophoniertem keyboard gespielt.

2. alle gespielten töne wurden intern im computer zu audio-dateien gemacht.

3. diese dateien wurden laut dem invertierten verteilungsplan der gema aus dem konzertsaal weggeschickt:
57% der töne – per e-mail an die angestellten der gema,
29% der töne – per e-mail an die angestellten von universal music und schott edition,
14% der töne – per post an wolfgang rihm.

die mails beinhalteten den folgenden text:

hallo und herzlichen glückwunsch!

das urheberrechtsgesetz behindert kreativität und sie sind einer von mehreren zuhörern der heutigen uraufführung des keyboardstückes ii »spam« von anton wassiljew für wolfgang rihms klavierstück nr. 7, mikrophoniertes keyboard und internet-anschluss.

zu hören ist ein klavierton aus dem klavierstück nr. 7 von wolfgang ihm. den ton finden sie im anhang dieser mail.

das keyboardstück ist ein hinweis auf den aktuellen stand des urheberrechtsgesetzes, das wenigstens im bereich der kunstmusik reformiert werden sollte: im rahmen vom heutigen urheberrechtsterror ist freie verwendung und umkontextualisierung vorhandener kunstwerke nur in form von kompletter verfremdung möglich.

das verfahren der verfremdung liegt dem stück von anton wassiljew zugrunde: der auf mikrophoniertem keyboard zu spielende text ist genau der notentext des klavierstückes nr. 7 von wolfgang rihm. durch die am gehäuse des keyboards befestigten kontaktmikrophone werden die tastenanschläge des keyboards verstärkt und durch drei lautsprecher zum klingen gebracht. die tastengeräusche sind das einzige, was im konzertsaal zu hören ist.

die eigentlichen gespielten töne des klavierstückes von rihm werden aus dem konzertsaal laut dem invertierten verteilungsplan der gema weggeschickt:
57% der töne – per e-mail an die angestellten der gema,
29% der töne – per e-mail an die angestellten
von universal music und schott edition,
14% der töne – müssten auch per e-mail an wolfgang rihm persönlich geschickt werden, aber herr rihm hat keine e-mail bzw. ist sie topsecret und wird nicht bekanntgegeben.
deswegen werden alle samples, die herrn rihm zu schicken sind, nach der aufführung auf einer bzw. mehreren cds gebrannt und per post zu ihm gesendet.

sie sind einer der empfänger dieser samples.

die aufführung des stückes hat an der hochschule für künste bremen am 28.mai 2013 stattgefunden.
am keyboard war philipp hövelmann.

es wurden keine gema-gebühren bezahlt, da das stück von wassiljew genau so wie das verwendete stück von rihm ein selbständiges kunstwerk ist.

4. mit den an herrn rihm geschickten tönen habe ich ein klavierstück in 3 sätzen komponiert und wolfgang rihm gewidmet. der sendung liegt dem brief bei:

sehr geehrter herr rihm,

anbei schicke ich ihnen 683 töne aus ihrem klavierstück nr. 7.

diese sendung ist ein teil meines keyboardstückes ii »spam« für wolfgang rihms klavierstück nr. 7, mikrophoniertes keyboard, live-video und internet-anschluss.

das urheberrechtsgesetz behindert kreativität. mein keyboardstück ist ein hinweis auf den aktuellen stand des urheberrechtsgesetzes, das wenigstens im bereich der kunstmusik reformiert werden sollte: im rahmen vom heutigen urheberrechtsterror ist freie verwendung und umkontextualisierung vorhandener kunstwerke nur in form von kompletter verfremdung möglich.

das verfahren der verfremdung liegt meinem stück zugrunde: der auf mikrophoniertem keyboard zu spielende text ist genau der notentext ihres klavierstückes. durch die am gehäuse des keyboards befestigten kontaktmikrophone wurden die tastenanschläge des keyboards verstärkt und durch drei lautsprecher zum klingen gebracht. die tastengeräusche sind das einzige, was im konzertsaal zu hören ist.

die eigentlichen gespielten töne ihres klavierstückes wurden aus dem konzertsaal laut dem invertierten verteilungsplan der gema weggeschickt:
57% der töne – per e-mail an die angestellten der gema,
29% der töne – per e-mail an die angestellten von universal music und schott edition,
14% der töne – per post an sie persönlich.

die aufführung des stückes hat an der hochschule für künste bremen am 28.mai 2013 stattgefunden.
am keyboard war philipp hövelmann.

es wurden keine gema-gebühren bezahlt, da mein stück genau so wie ihres ein selbständiges kunstwerk ist.

sie können eine kleine dokumentation des projektes unter http://usernamealreadyexists.net/?p=2324 finden.

mit freundliche grüßen,
anton wassiljew

bremen, 31.mai 2013

 
 

schaffensprozess vs. youtube-zensur

mache grade ein projekt, bei dem das ganze musikalische material per zufall von youtube aufgerufen und heruntergeladen wird. ist aber nicht so unproblematisch, wie ich mir gedacht habe.
hide my ass und anonymouse bringen auch nichts.
ich fühle mich irgendwie zensiert.
zurück nach russland! ins land der totalen youtube-verfügbarkeit!

bremen: 11.02.2012: 15-18 uhr, demo gegen acta.